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Gesundheitsrisiko Urlaub – die typischsten Reisekrankheiten

Geschrieben von E. B. Semmel.

Die Ferien gehören für die meisten von uns zur schönsten Zeit des Jahres – doch wenn man nicht aufpasst, kann der ersehnte Urlaub schnell zur Leidenszeit werden, denn gesundheitliche Probleme treten oft auch gerade dann auf, wenn man sie am wenigsten braucht.

Gegen einige Gefahren kann man sich zwar impfen lassen, aber grundsätzlich ist ein vorsichtiges und bedachtes Verhalten der beste Schutz. Wer sich vor allzu viel Sonne und Stechmücken in Acht nimmt, gesteigerten Wert auf Hygiene legt, sich von fließendem Trinkwasser und rohen Lebensmittel fernhält und auch seine eigenen Kräfte und Fähigkeiten realistisch einzuschätzen weiß, hat beste Chancen seinen Urlaub fit und gesund zu genießen.

Reiseübelkeit

Kaum hat der Urlaub angefangen, sind auch schon die ersten Beschwerden zu spüren. Reiseübelkeit kann im Auto, im Bus, auf einem Schiff oder in einem Flugzeug auftreten: Schwindel, Kopf- und Bauchschmerzen sowie Schweißausbrüche sind die typischen Symptome.
Abhilfe: Im Auto oder Bus sollten Sie möglichst vorne und in Fahrtrichtung sitzen; konzentrieren Sie sich auf die Straße und verzichten Sie möglichst auf Nebenbeschäftigungen wie Lesen. Auf einem Schiff sollten Sie sich möglichst im Freien an Deck aufhalten und sich auf den fernen Horizont konzentrieren. Im Flugzeug sind die Plätze oberhalb der Tragflächen am wenigsten Schwankungen ausgesetzt.

Reisedurchfall

Reisedurchfall, auch Diarrhoe genannt, ist das mit Abstand häufigste Gesundheitsproblem auf Reisen. Durch mit Viren oder Bakterien verunreinigte Speisen und Getränke infizieren sich durchschnittlich 30 Prozent der Urlauber. Besonders gefährlich sind Aufenthalte in Afrika, Asien, Süd- und Mittelamerika. Während Montezumas Rache für Erwachsene eher eine (teilweise sehr) lästige Begebenheit ist, kann die Erkrankung für Säuglinge, Kinder und alte Menschen sehr gefährlich werden.

Abhilfe: Wichtigste Gegenmaßnahme ist es genügend zu trinken um ein Austrocknen des Körpers zu verhindern. Noch besser ist es allerdings der Erkrankung durch Hygiene vorzubeugen: Man sollte auf das Trinken von Leitungswasser, Eiswürfeln und Milchprodukten verzichten; beim Essen sollte man sich auf gekochte und gebratene Speisen beschränken, rohe Lebensmittel und ungeschältes Obst sollte vermieden werden.

Reisedurchfall

Hauterkrankungen

Vor allem in südlichen Regionen machen Sonne und Insekten der Haut zu schaffen. Intensive Sonnenstrahlung kann die Haut schnell verbrennen, außerdem entzünden sich in exotischen Ländern Insektenstiche und kleine Wunden oftmals viel stärker als in der Heimat.

Abhilfe: Bis zu einem gewissen Grad und für eine gewisse Zeit kann die Sonnenstrahlung mit entsprechender Sonnencreme abgemildert werden; Kleidung mit langen Ärmeln und Beinen sowie schattige Plätze schützen aber auf Dauer zuverlässiger. Gleiches gilt für den Schutz gegen Mücken: Mückenschutzmittel, sogenannte Repellents, für die freien Hautstellen sind unverzichtbar, aber Kleidung, die den Körper möglichst großflächig abdeckt, ist der effektivere Schutz. Wunden und Insektenstiche sollten möglichst sofort desinfiziert werden. In klimatisierten Räumen halten sich übrigens normalerweise keine Mücken auf, da sie nicht vom Warmen ins Kalte fliegen.

Hauterkrankungen

Erkältungen

Die ganz gewöhnliche Erkältung ist eine sehr häufig auftretende Reisekrankheit: Verantwortlich dafür sind meist Klimaanlagen und Ventilatoren in Räumen und Autos. Besonders bei hohen Außentemperaturen und stark gekühlten Schlafräumen ist die Gefahr sehr hoch.

Abhilfe: Ventilatoren und Klimaanlagen sollten vor allem nachts ausgeschaltet werden und man sollte sich trotz Wärme mit einem dünnen Laken zudecken. Generell sollte der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen nicht mehr als 6° Celsius betragen.

Sonnenstich

Ein Sonnenstich entsteht durch direkte und starke Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf oder durch erheblichen Flüssigkeitsmangel. Die Folgen sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. In extremen Fällen kann es auch zu Bewusstseinsstörrungen kommen.

Abhilfe: Besonders Kinder und Glatzenträger sollten bei starker Sonnenstrahlung einen Kopfschutz aufsetzen. Kommt es dennoch zum Sonnenstich, sollte man möglichst schnell einen schattigen Ort aufsuchen, Kopf und Nacken mit feuchten Tüchern kühlen und ruhen. Haben sich die Symptome auch nach ein paar Stunden noch nicht grundlegend verbessert sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Sonnenstich

Unfälle

Unfälle im Straßenverkehr stehen an erster Stelle der Todesfälle auf Reisen. Oft ist es eine Mischung aus sorgloser, leichtsinniger Urlaubsstimmung kombiniert mit fremden Verkehrsregeln, wüsten Straßenverhältnissen und einem unbekannten Fahrzeug die Unfälle begünstigen. Fast ebenso gefährlich sind auch ungewohnte sportliche Aktivitäten gepaart mit Selbstüberschätzung.

Abhilfe: Gerade auch im Rahmen einer positiven und ausgelassenen Urlaubsstimmung sollte man als Tourist im Ausland vorsichtiger als zu Hause sein. Insbesondere auch das Ausprobieren von neuen Sportarten bietet ein hohes Gefahrenpotential. Sollte trotz aller Vorsicht eine Verletzung auftreten, muss diese behandelt werden. Bei Wunden ist eine gründliche Desinfektion unverzichtbar, bei Prellungen und Verstauchungen die bewährte PECH-Regel anzuwenden: Pause, Eis, C(K)ompression, Hochlegen.

Infektionen durch Mückenstiche

In vielen Ländern ist das Risiko von einer Mücke gestochen zu werden sehr hoch. Und gerade in Afrika, Südamerika und Asien können die Folgewirkungen weit über lästigen Juckreiz und kleine Schwellungen hinausgehen: Mit jedem Stich drohen gefährliche Tropenkrankheiten wie Gelbfieber, Malaria oder Dengue-Fieber.

Abhilfe: Achten Sie sorgsam auf ausreichenden Mückenschutz durch Repellents und helle Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt. Nachts bietet ein Moskitonetz guten Schutz. Außerdem sollten Sie möglichst auf Parfüms und andere Duftstoffe verzichten.

Infektionen durch Muckenstiche

Gelbsucht

Die Gelbsucht, auch Hepatitis genannt, ist eine Virusinfektion der Leber, die in verschiedenen Formen (A, B oder C) auftreten kann. Hepatitis A, die „Reise-Hepatitis“, wird vor allem durch Lebensmittel und verunreinigtes Wasser übertragen. Infektionen mit Hepatitis B und C geschehen zumeist durch direkten Blut-Kontakt oder ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Abhilfe: Gegen Hepatitis A und B gibt es Impfungen, gegen die C-Variante hilft hingegen nur Sorgfalt und Hygiene. Vor Fernreisen in Risikogebiete sollte auf jeden Fall der Hausarzt konsultiert werden.

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