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Kitesurfen, rasender Spaß auf dem Wasser

Geschrieben von E. B. Semmel.

Kitesurfen ist ein trendiger Wassersport, bei dem man auf einem kleinen Brett (Board) mit Hilfe eines Lenkdrachens (engl. kite) mit Hilfe eines Lenkdrachens Durch den Auftrieb des Drachens lassen sich dabei extreme Sprünge, teilweise Flüge, von bis zu 250 Metern in atemberaubender Geschwindigkeit von über 100 Stundenkilometern ausführen.

Aber auch Anfänger beherrschen schon nach kurzer Zeit einfache Sprünge. Im Gegensatz zum Windsurfen entwickelt das Kitesurfen auch bei schwächeren Brisen mit einem bis zu 20 Quadratmeter großen Drachen bereits außergewöhnliche Dynamik. Weltweit gibt es zurzeit schätzungsweise 50000 Kitesurfer und ihre Zahl steigt weiter rasant.

Schon seit vielen Jahren werden Drachen benutzt um Menschen beispielsweise in Buggies oder auf Skiern zu ziehen. Aber erst seit relativ kurzer Zeit ist dies auch auf dem Wasser möglich; Hauptgrund für die Verspätung war die Notwendigkeit einen Drachen zu konstruieren, der aus dem Wasser heraus wieder gestartet werden kann. Inzwischen gibt es auf dem Markt verschiedene Systeme, die diese Grundbedingung erfüllen und außerdem technisch ausgereift und sicher sind.

Für das Kitesurfen benötigt man ein Board, den Kite (Schirm, Drachen) selbst sowie eine Bar (die Lenkstange mit den zugehörigen Steuerungs- und Sicherheitsleinen sowie ein Trapez, das um die Hüfte geschnallt wird).

Drachen zum Kitesurf

Bei den Boards werden hauptsächlich zwei Typen unterschieden: die Twin Tips und die Directional-Boards (auch wenn es darüber hinaus noch weitere Typen gibt wie beispielsweise das Race- oder Mutantboard.) Die Form und die Größe der Boards variiert sehr stark abhängig von Körpergewicht, Windstärke, Kitegröße und vor allem Können; die Bretter sind meist 120 bis 200 cmlang und zwischen 25 und 50 cm breit.

Das Directional-Board ist der Urtyp, der quasi direkt aus dem Wellenreiten übernommen wurde: es ist etwas dicker, besitzt einigen Auftrieb und läuft spitz zu, weshalb es nur in eine Richtung gefahren werden kann; ein Richtungswechsel (Halse) zieht so einen – für Anfänger oft schwierigen - Fußwechsel mit sich.

Das Twin Tip hat sich inzwischen als Marktführer etabliert und wird von den meisten Kitesurfern benutzt. Es erinnert stark an ein Snowboard, ist symmetrisch aufgebaut und lässt sich in beide Richtungen fahren; es hat harte, scharfe Kanten und ist insgesamt sehr flach. Die Twin Tips eignen sich sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene, wobei die Größe mit zunehmendem Können abnimmt.

Extreme Sprünge mit Kitesurfen

Die Kitebar, die Lenkstange, verbindet den Sportler über ca. 25 m lange Sicherheits- und Steuerungsleinen mit dem Schirm, der bezüglich Richtung und Kraftentwicklung gesteuert werden kann. Die verschiedenen Bar-Systeme unterscheiden sich hauptsächlich durch die Anzahl der Leinen (2 oder 4) und der damit verbundenen besseren Steuerbarkeit sowie durch die verschiedenen Sicherheitsmechanismen. Beim 4-Leiner kann zusätzlich zur Lenkung noch der Anstellwinkel des Kites verändert und so der Winddruck reguliert werden. Anfänger benutzen der Einfachheit halber oft zuerst ein 2-Leinen-System.

Jedes empfehlenswerte Kite besitzt außerdem ein Sicherheitssystem. Standard ist eine Sicherheitsleine: beim Loslassen der Lenkstange geht der Schirm drucklos zu Boden, durch die Sicherheitsleine ist man aber weiterhin mit dem Drachen verbunden. Im Falle von Gefahr oder Kontrollverlust gibt es darüber hinaus auch eine Nottrennung, um sich komplett vom Schirm abtrennen zu können.

Profi Kitesurfer

Kites gibt es in sehr vielen verschiedenen Ausführungen, die sich sowohl in der Größe, der Form und der Angriffsfläche des Windes Unterscheiden: es gibt Softkites und Tubekites, außerdem C-, Bow-, Hybrid- und Delta-Kites. Grundsätzlich wird aber zwischen zwei Hauptarten von Schirmen unterschieden: Den Tube- und den Mattenkites.

Tubekites haben mehrere Tubes (Luftschläuche) integriert, die vor dem Start auf etwa 0,5 bar aufgepumpt werden und dem Drachen Stabilität und Form verleihen; außerdem verhindern die Luftschläuche das Versinken des Schirms nach einer Wasserlandung und erleichtern so den Neustart. Im Gegensatz dazu strömt bei den Soft- bzw. Mattenkites, die eher wie normale Gleitschirme aussehen, die Luft direkt in den Schirm und pumpt ihn so auf; durch spezielle Ventile wird das Eindringen von Wasser verhindert.

Speziell von Anfängern wird oft der Mattenkite verwendet, da das Starten aus dem Wasser etwas einfacher ist. Die meistbenutzten Größen liegen bei etwa 9 bis 12 m2. Besonders zu Beginn sollte man keinen zu großen Drachen benutzen: eine Verdoppelung der Windgeschwindigkeit zieht eine Vervierfachung der Kräfte nach sich, wodurch fehlerhafte Lenkbewegungen dramatische Folgen nach sich ziehen können.

Kitesurfens Ausrüstung

Als absoluter Anfänger sollte man auf jeden Fall eine Kite-Schule besuchen um sich die typischen Anfängerfehler zu ersparen und alle sicherheitsrelevanten Aspekte fachmännisch vermittelt zu bekommen. Idealerweise kommen in einem Kurs maximal vier Schüler auf einen Lehrer und sowohl Matten- als auch Tube-Kites zum Einsatz, damit man von Anfang an Einblick in die unterschiedlichen Systeme bekommt.

Außerdem bietet ein Anfängerkurs oft den Vorteil sich die nötige Ausrüstung im Schulungszentrum ausleihen zu können. Sobald man sich dann sicher ist, welches System einem am besten behagt, kann man das Equipment schließlich gezielt kaufen. Bei Kosten von circa 2000 Euro ist eine sorgfältige und gewissenhafte Wahl durchaus angebracht.

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